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15: Brauche ich eine Steuerberatung – oder kann ich das auch selbst?
Oder: Meine 7 Red Flags bei der Steuerberatung

Lesezeit: 5 Min.
Moin ✌🏼
auch mal wieder ein paar Worte von mir. Wie aktuell vermutlich jeden zweiten in der U-Bahn hat in der letzten Woche auch leider mich die Grippe- / Erkältungswelle erwischt. Aber jetzt bin ich wieder fit und motiviert. Daher zeige ich dir, was heute für dich dabei ist:
👉 Wann du wirklich einen Steuerberatung brauchst
👉 Woran du erkennst, ob er gut ist – oder ob du lieber weiterziehen solltest
👉 Welche Red Flags dir direkt zeigen, dass es nicht passt
Und wenn du die Steuertipps, die jeder kennen muss von Lennart’s letzter Ausgabe verpasst hast, ließ sie hier nochmal nach.
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Wie immer vorweg: Keiner unserer Inhalte stellt Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung dar, sondern dient lediglich der Unterhaltung. Falls du mehr wissen willst, lies bitte unseren Disclaimer.
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DEEP DIVE
Brauche ich eine Steuerberatung – oder kann ich das auch selbst?
Die ehrliche Antwort: In vielen Fällen brauchst du eine Steuerberatung – aber nicht für alles.
Ich selbst habe meine Buchhaltung und Steuererklärung als Freelancer lange selbst gemacht. Doch gerade wenn die Geschäfte gut laufen und die Steuerlast wächst, wird das Thema plötzlich relevant. Meiner Meinung nach:
Einfache Steuererklärung (z. B. Arbeitnehmer): Das kannst du mit Tools wie WISO oder Taxfix gut selbst erledigen.
Freelancer, Unternehmer, Investoren: Hier wird es komplexer – und spätestens bei steigenden Gewinnen und dem Faktor weniger Zeit wird bei Themen wie Betriebsprüfungen oder Steuergestaltung Expertise unverzichtbar.
Entscheidend ist aber: Auch wenn du eine Steuerberatung hast, bleibt die Verantwortung bei dir. Nur wenn du deine eigenen Zahlen und Hebel versteht, kannst du fundiert entscheiden und die Steuerberatung in die richtige Richtung bewegen.
Denn wenn ich eins gelernt habe, wird in den seltensten Fällen deine Steuerberatung auf dich zukommen und dir vorschlagen z.B. eine Holdingstruktur zu wählen. Viele verwalten einfach nur deine Zahlen und schicken pünktlich die Umsatzsteuervoranmeldung raus. Andere denken mit, entwickeln clevere Strategien und helfen dir, dein Unternehmen steuerlich optimal aufzustellen. Aber, alles nur wenn du sie darauf ansprichst, Vorschläge mitbringst und gegenüber ihm deine Ziele formulierst.
Was macht eine wirklich gute Steuerberatung aus?
Ja, das ist eine gute Frage. Anbei meine persönlichen Top 3:
1. Er versteht dich – nicht nur die Steuergesetze.
Gute Steuerberatungen sprechen nicht nur über deine Umsatzsteuervoranmeldungen oder erstellen pünktlich und übersichtliche BWAs. Sie sprechen vor allem über deine unternehmerische Entwicklung, deine Strategie und deine langfristigen Ziele.
🧐 Look out for: So esoterisch es auch klingen mag, aber alleine die Frage, wo du in 5 Jahren sein willst, ist für mich ein sehr guter Indikator für einen gute Steuerberatung. Ansonsten hast du meiner Meinung nach einen Buchhalter. Eine gute Steuerberatung denkt mit, denkt voraus und berücksichtigt deine persönliche Planung.
2. Er erklärt Steuern so, dass du sie wirklich verstehst.
Wenn du nach einem Termin verwirrter bist als vorher, stimmt etwas nicht. Ein guter Berater übersetzt Fachsprache in klare Botschaften. Du musst verstehen, welche Entscheidungen welche Konsequenzen haben – ohne jedes Mal ein Steuerlexikon zu wälzen.
🧐 Look out for: Ein super Indikator ist hier für mich, wenn deine Steuerberatung mit Szenarien arbeitet. Also eine Kalkulation oder Schaubild, welches dir konkret zeigt, welche Entscheidungen welche Konsequenzen (finanziell, gestalterisch, etc.) haben - und zwar jetzt aber auch im Hinblick auf dein Zielbild aus Punkt 1.
3. Er meldet sich, bevor es brennt.
Proaktive Beratung ist ein absolutes Muss. Wird aber in den seltensten Fällen eine Tatsache sein. Wenn sich deine Steuerberatung nur bei Fristen oder dem Jahresabschluss meldet, aber nie mit Ideen oder Optimierungsvorschlägen auf dich zukommt, hast du einen Verwalter – aber keinen Berater.
🧐 Look out for: Ein konkretes Zeichen für mich war zum Beispiel, als meine Steuerberatung mich während der Jahresabschlusserstellung anrief und mir sagte, im Falle eine Prüfung sollten wir bereits die Unterlagen XYZ und ein konkretes Beispiel vorbereiten, damit wir das bei einer Prüfung direkt zur Verfügung stellen können.
Red Flags: Wann du dringend wechseln solltest
Damit du Nerven, Zeit und Geld sparst und direkt erkennst, mit wem du es zu tun hast, hier die wichtigsten Red Flags, die dir frühzeitig sagen: „Trenn dich“.
🚨 Keine klaren Antworten auf einfache Fragen
Du fragst, ob bestimmte Ausgaben absetzbar sind oder nach einem Steuerkniff der ein offenen Geheimnis ist – und bekommst eine ausweichende Antwort wie „Kommt drauf an, müsste man sich mal anschauen“. Ein guter Berater gibt dir klare Einschätzungen – auch wenn sie unbequem sind.
🚨 Rückmeldungen dauern Tage oder Wochen
Meine Beispiele zu diesem Punkt. Der erste freie Termin bei meiner Steuerberatung zur Besprechung des Jahresabschlusses war erst in zwei Monaten möglich. Oder ich rufe an einem Freitag um 13 Uhr an und bekomme entweder niemanden ans Telefon oder nach meinen vierten Anruf die Rückmeldung, dass schon alle im Wochenende sind. In einem dynamischen Business-Alltag ist das ein No-Go.
🚨 Kein digitales Arbeiten – Papierstapel statt Schnittstellen
„Wir arbeiten lieber mit Papier“, ist 2025 keine valide Ausrede mehr. Digitale Schnittstellen zu Buchhaltung, Banking & Co. sind ein Hygienefaktor – alles andere kostet Zeit, Geld und Nerven.
🚨 Du managst die Steuerberatung, nicht umgekehrt
Wenn du dich dabei ertappst, ständig hinterherzutelefonieren, Unterlagen mehrfach nachzuschicken oder Fristen selbst zu überwachen, stimmt die Rollenverteilung nicht.
🚨 Jede Kleinigkeit wird abgerechnet
Ein 5-Minuten-Telefonat? Direkt auf der Rechnung. Ein zusätzlicher Ausdruck? Kostet extra. Transparente, faire Honorare sehen anders aus. In einem Fall fehlte mir eine BWA. Nachdem ich diese angefragt habe, und die Rückfrage beantwortet habe, ob die BWA für die Bank sei, wurde sie mir zugeschickt. In dem kommenden Monat erhielt ich dann eine Rechnung für einen “besondere Banken-BWA” - sie enthielt exakt die gleichen Zahlen enthielt wie die monatliche BWA. Null Mehrwert, aber 300 Euro Zusatzkosten.
🚨 Prozesszentriert – aber nicht kundenorientiert
Alle Dokumente müssen exakt nach dem internen Schema angeliefert werden, sonst wird gar nicht erst angefangen. Klar, Struktur ist wichtig – aber gute Berater passen sich auch an die Realität ihrer Mandanten an. Meine ehemalige Steuerberatung hat zum Beispiel ein Ticketsystem verwendet, welches ich aber nicht einsehen konnte. Dazu kommt, dir hat jedes mal eine andere Person geantwortet, die in vielen Fällen nach Dingen gefragt hat die schon seit Jahren so mit meiner ehemaligen Steuerberatung gelebt wurden.
🚨 Deine Ideen werden reflexartig abgewiegelt
Du schlägst eine kreative Idee zur Steueroptimierung vor – und statt einer sauberen Bewertung gibt es direkt ein „Das geht nicht“ oder „Das kostet mehr als Sie sparen würden“. Gute Berater sind Sparringspartner – anstatt direkt abzublocken.
Schlusswort
Ganz offen: Meine persönliche Steuerberatungs-Reise war eine Achterbahnfahrt. Von “ich mache alles selbst”, über den total analogen Berater, dem modernen Berater mit Ticketsystem und eigener Platform hin zu einem semi-modernen Partner.
Und genau das letzte Wort sagt es schon aus. Meine neue Steuerberatung ist ein Partner. Sie ist nicht nur Dienstleister, sondern Sparringspartner auf Augenhöhe. Das heißt neben dem Hygienefaktor digitale Buchhaltung, challenged und ordnet er meine Ideen zu Steuergestaltung ein. Außerdem kann ich Ihn direkt anrufen und bekomme eine klare Antwort auf meine Frage.
Konkret bedeutet das, die Steuerberatung
vermittelt dir die Sicherheit, dass alle Pflichten (Anmeldungen,…) erfüllt werden ✅
spart dir Zeit und ich kann mich auf mein Kerngeschäft konzentrieren ✅
prüft die bestehenden Unterlagen selbst, um eine Antwort zu finden bevor er mich fragt ✅
führt im Fall der Fälle einen Rechtsstreit für dich – auch gegenüber dem Finanzamt ✅
hat eine transparente Preisstruktur – keine versteckten Posten und berechnet dir einen kurzen Anruf nicht direkt ✅
hat Erfahrung in deiner Branche oder ähnlichen Geschäftsmodellen und lässt diese mit in die Beratung einfließen ✅
Unterm Strich: Eine gute Steuerberatung kann dir helfen, mehr Geld zu sparen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen – und vor allem schlaflose Nächte bei Steuerprüfungen zu vermeiden. Aber letztendlich kannst du die Verantwortung für deine Finanzen nicht auslagern. Das heißt du wirst die Unterlagen, Anmeldungen etc. immer prüfen müssen und du wirst mit neuen Ideen und Fragestellungen auf deine Steuerberatung zu gehen müssen.
Meine Empfehlung daher. Starte jedes Jahr mit einem Zielgespräch. Wo willst du hin? Welche großen Entscheidungen stehen an? So gibst du deinem Berater die Chance, vorausschauend zu agieren – und du bekommst die Steuerberatung, die du wirklich brauchst.
Falls du bereits eine Steuerberatung hast oder noch suchst
Wenn du bereits eine Steuerberatung hast – hinterfrage regelmäßig den Mehrwert.
Wenn du auf der Suche bist – investiere die Zeit in eine sorgfältige Auswahl.
Keine blinden Empfehlungen übernehmen. Auch wenn Freunde schwärmen, passt ein Berater nicht automatisch zu deinem Business.
Erstgespräche sind Pflicht – und ein echter Realitätscheck. Wie wird kommuniziert? Gibt es einen klaren Prozess für die Zusammenarbeit? Stellt er dir viele Fragen zu deinem Business und deinen zukünftigen Plänen? Und ganz einfach, ist dir dein Gegenüber sympathisch.
Technologie entscheidet. Heute sind digitale Anbindungen (DATEV, Buchhaltungssoftware, Banking-Schnittstellen) ein Hygienefaktor – alles andere kostet unnötig Zeit.
Proaktivität ist das wahre Qualitätsmerkmal. Die besten Steuerberatungen haben mich auf Themen angesprochen, die ich selbst nie auf dem Schirm hatte.
Und wenn du glaubst, es ginge auch komplett ohne – rechne ehrlich durch, was der Aufwand für dich ist und was dich im Zweifel deine eigene Fehler kosten könnten.
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