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14: 6 Steuertipps, die jeder kennen muss (+ einen Bonustipp)
Oder: Mit No-Brainern mehr Netto vom Brutto erhalten.

Lesezeit: 5 Min.
Moin ✌🏼
Nächste Woche wird Pascal euch sagen, warum ihr einen Steuerberater benötigt & vor allem, woran ihr einen guten kennt.
Lasst es mich klar sagen: Steuerberater können euer Leben entscheidend verbessern oder verschlechtern. In der Familie können wir darüber ein Lied singen, da ein Steuerberater uns vor knapp 10 Jahren fast ruiniert hätte.
Heute werde ich euch jedoch die Sachen mitgeben, die jeder auch ohne Steuerberater steuerlich geltend machen sollte. Die Fortgeschrittenen unter euch können diese Ausgabe gerne überspringen.
Kleiner Disclaimer: Ich fühle mich nicht ganz wohlauf, weswegen mein heutiger Deep Dive nicht ganz die Qualität wie sonst aufweist.
Wie jede Woche einmal die obligatorische Frage an euch:
Waren die Tipps aus der letzten Ausgabe hilfreich?Bzw. wusstest ihr bereits davon? |
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Worauf ihr euch heute freuen könnt:
die wichtigste wirtschaftliche Entscheidung, die du in deinem Leben triffst
welche unterschiedlichen Level passiven EInkommens es gibt
die Sparquote, die du haben musst, um die Rentenlücke für dich zu schließen
ob Stadt oder Land bei einer Immobilie besser für dich ist
48 Sachen, die jeder von Steuer absetzen muss
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Wie immer vorweg: Keiner unserer Inhalte stellt Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung dar, sondern dient lediglich der Unterhaltung. Falls du mehr wissen willst, lies bitte unseren Disclaimer.
DIE HEUTIGE AUSGABE WIRD DIR PRÄSENTIERT VON
Mode Mobile - Das am schnellsten wachsende Startup der Welt?
Today’s Fastest Growing Company Might Surprise You
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Mode saw 32,481% revenue growth, ranking them the #1 software company on Deloitte’s 2023 fastest-growing companies list.
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Their pre-IPO offering is live at just $0.26/share – don’t miss it.
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*The Deloitte rankings are based on submitted applications and public company database research, with winners selected based on their fiscal-year revenue growth percentage over a three-year period.
*Please read the offering circular and related risks at invest.modemobile.com.
INTERESSANTE LINKS
Unsere besten Funde der letzten Woche
👀 Falls du die letzte Ausgabe 12 von mir verpasst hast: 4 Level passiven Einkommens & wie du sie nach & nach erreichen kannst
💍 Hoch- und runterheiraten: Die wichtigste Entscheidung, die wir treffen, ist die, mit wem wir zusammenleben, wen wir heiraten. Für viele ist die Hochzeit jedoch keine lebenswichtige Entscheidung ... sie ist ein Luxusgut (Scott Galloway)
🏠 Stadt, Land oder für sich selbst kaufen? Tobi erklärt dir, wie er darüber denkt und warum Lage am Ende der entscheiden Faktor ist (Link)
📈 Deine ideale Sparquote: So viel vom Netto solltest du in einem ETF sparen, um die Rentenlücke zu schließen (Finanztip)
💶 Apropos von der Steuer absetzen: Hier sind 48 Tipps für deine Steuererklärung von Thomas (Finanzfluss)
DEEP DIVE
6 No-Brainer, die jeder kennen muss
Also Leute: Wir können gerne Steuern legitimieren, weil sie unsere Gesellschaft und unsere Gemeinwohlgüter (wie z. B. Infrastruktur) sowie den sozialen Aspekt unserer Wirtschaft stützt. Alles gut.
Aber: Sachen von der Steuer abzusetzen ist Teil des Gesetzes! Du hast ein Recht darauf, Dinge von der Steuer abzusetzen. Deswegen bitte bitte mach eine Steuererklärung und hol dir das Geld zurück, das dir zusteht.
Falls du bereits eine Steuererklärung machst, kommen hier die absoluten Basics.
1. Steuersoftware
Es gibt inzwischen mehrere absolut etablierte Steuersoftware-Anbieter. Wenn ihr also keinen Steuerberater habt, dann könnt ihr euch mit der Software durch unser überkomplexes (Einkommen-)Steuersystem hangeln.
Finanztip hat sich die bekannten Softwares angeschaut und verglichen. Dazu gehören:
Wiso Steuer
Steuersparerklärung
Steuerbot
Taxfix
Lesen könnt ihr das Ergebnis hier:
Im Schnitt erhältst du laut dem Statistischen Bundesamt 1.063€ zurück, sodass die Kosten für die Software ein No-Brainer sind.
2. Das Arbeitszimmer
Vor der Pandemie hatte ich – wie viele – mein Homeoffice als einen nebensächlichen Aspekt meines beruflichen Lebens betrachtet. Wobei nebensächlich noch übertrieben war. Inzwischen ist das Büro Zuhause jedoch Teil des Arbeitsalltags vieler geworden.
Bei konsequenter Nutzung eines separaten Arbeitszimmers können bis zu 1.260€ jährlich als Werbungskosten abgesetzt werden. Alternativ bietet die Homeoffice-Pauschale von 6€ pro Tag (max. 1.260€ jährlich) eine niedrigschwellige Option ohne die strengen Raumkriterien.
Was mich dabei am meisten überraschte: Die emotionale Veränderung, die mit dieser steuerlichen Anerkennung meines Arbeitsraumes einherging. Plötzlich betrachtete ich meinen Schreibtisch nicht mehr als privaten Luxus, sondern als legitimierten Teil meiner beruflichen Identität – eine subtile, aber bedeutsame Verschiebung meiner Selbstwahrnehmung.
Wichtig dabei zu beachten ist jedoch:
Die Tagespauschale von 6€ gilt ausschließlich für Tage tatsächlich ausgeübter Telearbeit, nicht kalenderjährlich pauschal.
Die maximale Jahresobergrenze von 1.260€ setzt somit 210 Homeoffice-Tage voraus (bei Standard-Arbeitsverträge mit 2-3 Tagen Homeoffice/Woche)
Was du sonst noch wissen musst:
Absetzbar sind: Miete anteilig, Strom, Wasser, Heizkosten, Einrichtungskosten
Möbelabschreibung nach AfA-Tabelle möglich (z.B. 13 Jahre für einen Schreibtisch).
Nachweis erfolgt über eine Raumskizze
3. Haushalt & Handwerker
Haushaltshilfen sind tatsächlich von der Steuer absetzbar! Vor allem Paare, bei denen beide Vollzeit arbeiten und eventuell sogar noch ein Kind im Spiel ist, sollten sich diesen Luxus meiner Meinung nach leisten. Diese Dienstleistung ist Teil der sogenannten “haushaltsnahen Dienstleistungen”, die folgendes enthalten:
Reinigungsarbeiten (Wohnung, Fenster, Teppich, Fußweg)
Betreuung und Versorgung (Kinder, Kranke, ältere Menschen & sogar Haustiere)
Gartenarbeiten sowie
Wäsche waschen, Mahlzeiten vorbereiten, Umzugsdienstleistungen
Dabei kannst du bis zu 4.000€ (bei 20% der Aufwendungen sowie max. 800€ Steuerminderung) absetzen. Finden kannst du eine über Helpling oder andere Online-Plattformen.
Bei Handwerkern gilt, dass 20% der Arbeits- bzw. Lohnkosten (max. 1.200€ bei max. 240€ Steuerminderung jährlich) direkt von der Steuerlast abgezogen werden können, wobei Materialkosten nicht abgesetzt werden können.
Wenn ihr Vermieter seid, könnt ihr natürlich alles absetzen, was in Verbindung mit eurer Immobilie steht.
4. Die indirekte Gehaltserhöhung
Was viele Arbeitnehmer immer noch nicht wissen: Wenn du um einen Euro mehr Nettogehalt bittest, kostet es den Arbeitgeber (bei Spitzensteuersatz) ungefähr 2,50-3 Euro mehr (Link zur Rechnung). Deswegen finden es Arbeitgeber sicher besser, wenn du stattdessen nach Sachbezügen, wie
da diese nicht nur steuerbegünstigt, sondern oft komplett sozialversicherungsfrei sind.
Auch die Einzahlung in die betriebliche Altersvorge bzw. die private Altersvorsorge ist von der Steuer absetzbar, wobei es hier wirklich auf die Gebühren wieder ankommt, ob sich das mehr lohnt als das Geld einfach in den Markt oder in ein paar Wohnungen zu stecken.
5. Außergewöhnlichen Belastungen
Es gibt im Leben Momente unvorhergesehener finanzieller Belastungen – medizinische Behandlungen, besondere Betreuungskosten, unerwartete Krisen. Das Steuerrecht erkennt diese existentiellen Herausforderungen ebenfalls an.
Zu außergewöhnlichen Belastungen gehören:
Krankheitskosten (Brillen, Hörgeräte, Zahnprothesen, Rollstühle, etc.)
Geburt eines Kindes
Pflegekosten für Angehörige
Bestattungskosten für Angehörige
Keine der o. g. Situationen wird einen wahrscheinlich in die Lust versetzen, sich damit auseinanderzusetzen. Doch deswegen ist es umso wichtiger, sich jetzt, wo (hoffentlich) keiner der Situationen eingetreten ist, darüber zu informieren, was man machen kann, wenn es darauf ankommt.
Natürlich werden wir noch eine extra Episode zum Thema “Absicherung” machen, da uns beide das Thema auch bereits umtreibt.
Die Berechnungselemente sind:
Zumutbare Eigenbelastung: Staffelung von 1-7% des Gesamtbetrags der Einkünfte
Nachweispflichten: Medizinische Notwendigkeit muss durch Atteste/ Kostenvoranschläge dokumentiert werden
6. Werbungskosten aka Investitionen in dich selbst
Dankenswerterweise werden dir als Arbeitnehmer pauschal 1.230 € (Stand 2023) automatisch angerechnet. Wenn du jedoch viel pendelst und/oder dich fortbildest, kannst du auch über diesen Betrag kommen.
Die typischen Werbungskosten sind jedoch:
Pendlerpauschale: 30 Cent/km (>20 km: 38 Cent/km), unabhängig vom Transportmittel
Homeoffice-Pauschale: 6 €/Tag (max. 1.260€ im Jahr)
Beruflich genutztes Handy: 20% oder 20€/Monat absetzbar
Arbeitsmittel: Büromaterial (bis ca. 100€ ohne Nachweis möglich)
Dienstreisen: Reisekosten, Verpflegungspauschale (14€ An- und Abreisetag, 28€ für volle Tage)
7. Bonus: Vermietung
Die wohl radikalste Transformation meines steuerlichen Selbstverständnisses erfolgte mit dem Kauf meiner ersten Vermietungsimmobilie. Sanierung ist der heilige Gral für das Steuersparen.
Die steuerliche Absetzbarkeit von Abschreibungen, Renovierungskosten, Kreditzinsen und laufenden Kosten erzeugt einen bemerkenswerten Effekt: Trotz positivem Cashflow (am Ende des Monats mehr Geld in der Tasche als zu Beginn des Monats) kann auf dem Papier ein steuerlicher Verlust entstehen, der mit anderen Einkünften verrechenbar ist.
Hier ist jedoch spätestens der Punkt gekommen, um mit deinem Steuerberater zu sprechen, da die Komplexität hier deutlich steigt.
Deswegen dürft ihr euch auf Pascals Ausgabe nächste Woche freuen, der euch darstellen wird, wie man einen guten Steuerberater von einem schlechten unterscheiden kann.
Schlusswort
Warum wir entschieden haben, euch noch einmal diese Punkte zu listen, ist die Anpassung eures Mindsets. Steuern sind essentiell für unsere Gesellschaft und unser Land, absolut!
Aber wir haben seit 20 Jahren jedes Jahr einen neuen Steuerrekord und gleichzeitig ist (fast) alles schlechter geworden. Das muss man einfach so feststellen. Und das ist gar keine politische Äußerung, sondern einfach eine persönliche Wahrnehmung. Ich glaube auch nicht, dass die politische Richtung oder Partei hierzu wichtig ist.
Ein paar Beispiele, die ihr alle kennt:
die Schere zwischen Arm und Reich ist größer geworden und die Mittelschicht (wir alle) ächzen unter der Last von oben und unten
Straßen und Brücken
Schulen
die Bahn
und auch der Sozialstaat ist schlechter geworden
Deswegen muss man sich ab einem gewissen Punkt die Frage stellen, ob man wirklich Vertrauen hat, dass die eigene Rente nicht gefährdet ist. Ich bin ein Fan davon als mündiger Bürger zu wissen, was meine Rechte sind und was meine Pflichten sind. Meine Pflicht, Steuern zu zahlen, ist für mich selbstverständlich, aber dabei habe ich das Recht, so wenig wie mir möglich zu zahlen, um der Gesellschaft keine Last zu sein.
Als Selbstständiger weiß ich sowieso, dass ich mich um mich kümmern muss. Auch hier als Beispiel meine eingewanderte, italienische Familie: mein Onkel (Eisdiele) und mein Vater (Restaurant) erhalten als Dank für ihre 40 Jahre Arbeit in Deutschland 180-240€ Rente im Monat. Hätte ich früher das Wissen von heute gehabt, müsste keiner von beiden sich überhaupt Gedanken um ihre Rente machen. Und das bei gleicher Arbeit, gleichem Verdienst!
Das finde ich einfach unfair.
OUTRO
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